4.2.7.1. Bestandsaufnahme des derzeitigen Umweltzustands
Das Landschafts- und Stadtbild im Plangebiet ist insgesamt im Kontext mit dem städtebaulichen Umfeld heterogen geprägt. Der westliche Teil des gewerblichen Areals mit den historischen Bauten, dem markanten Einfahrtsbereich mit den beiden Portalhäuschen, dem kopfsteingepflasterten Hof und dem solitären Großbaumbestand weist landschafts- und stadtbildprägende Elemente auf. Der östliche Teil ist durch eine dichtere, additive Bebauung mit größeren Hallen neueren Datums geprägt. Im Südwesten verläuft die Volkspark-Landschaftsachse über den Geltungsbereich.
Landschaftsbild
Der Planungsraum zählt insgesamt zum Landschaftstyp bzw. zur Landschaftsbildeinheit der durch Gewerbe / Industrie geprägten Siedlungsflächen. Als landschaftsprägende Einzelelemente, die das gewerblich genutzte Erscheinungsbild gliedern, sind die Allee in der Waidmannstraße sowie die prägenden Großbäume im westlichen Gewerbehof und im Randbereich des Zugangs auf das Betriebsgelände herauszustellen. Beidseitig des Eingangs zum Betriebsgelände bzw. der Portalhäuschen befinden sich baumbestandene Straßenbegleitflächen außerhalb des Geltungsbereichs, die zur besonderen Eingangssituation beitragen.
Ferner finden sich im südlichen Randbereich des Plangebietes im Übergang zum Straßenraum der Waidmannstraße einzelne Bäume und Baumreihen, die die lineare Grünstruktur der Straßenbaumreihen ergänzen. Das Gleiche gilt für den Baum- und Gehölzstreifen im südwestlichen Randbereich im Übergang zur Großen Bahnstraße.
Die sonstigen kleinteiligen, gärtnerisch angelegten Grünflächen auf dem Gelände haben nur eine geringe Wirkung auf das Ortsbild. Die abschnittsweise vorhandenen Baumreihen an der nördlichen Grenze übernehmen zwar eine Grüngliederung für das gewerblich genutzte Gebiet, entfalten aber aufgrund ihres Alters und ihrer Größe noch keine Bedeutung als prägende Grünkulisse. Im Osten bildet die hoch aufgewachsene Pappelreihe auf dem Nachbargrundstück eine deutliche Grünzäsur zwischen den Gewerbegrundstücken. Im nördlichen Plangebietsteil stellen die drei Bäume eine stabile Baumreihe innerhalb eines Grünstreifens dar.
Am Rand des Plangebietes verläuft die sogenannte Volksparkachse.
Stadtbild
Das Plangebiet ist ein industriell-gewerblich geprägtes Areal und somit im Hinblick auf den Gebäudebestand durch die seit etwa 100 Jahren entsprechende Nutzung geprägt, die im Jahr 2022 mit dem Auszug des Unternehmens endete. Die ältesten Gebäude und Hallen stammen aus dem Jahr 1923 (Halle mit Kranbahn, Pförtnerhäuser und Verwaltungsgebäude) und befin-den sich größtenteils auf dem westlichen Grundstücksteil. Es handelt sich um Rotklinkergebäude, die prägend für das Ortsbild sind und als erhaltenswert einzustufen sind. Die beschriebenen Bestandsbauten stehen nicht unter Denkmalschutz, sind jedoch als historische Zeugnisse wichtig. Räumlich bilden sie zusammen mit dem markanten Baumbestand ein ablesbares Ensemble.
Ein Anbau aus dem Jahre 1960 ist hingegen nicht ortsbildprägend und daher auch nicht erhaltenswert. Auf dem östlichen Grundstücksteil wurden nach 1949 bis zum Jahr 2000 weitere Gewerbebauten errichtet, die mit einer höheren baulichen Dichte eine rein funktionale, additive Raumfolge ergeben.
Das ehemalige Betriebsgelände wird auf der Westseite zur Großen Bahnstraße durch eine Klinkermauer mit Betonpfeiler eingefriedet. Auf der Südseite zur Waidmannstraße besteht vom Pförtnerhaus bis auf Höhe des alten Verwaltungsgebäudes ein Stabgitterzaun mit einer vertikalen Gliederung durch Betonpfeiler und einem Betonsockel.
Das Grundstück weist – wie auch die östlich anschließenden Grundstücke außerhalb des Plangebiets – zwischen Waidmannstraße und Haferweg mit rund 150 Metern eine deutliche Tiefe auf und ist nur in Teilen straßenseitig einsehbar. Es gibt bisher keine Durchquerungsmöglichkeiten.