Planungsdokumente: Altona-Nord29

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Inhaltsverzeichnis

Bebauungsplan Begründung

3.4. Angaben zum Bestand

3.4.1. Plangebiet

Lage und Größe des Plangebiets

Das etwa 4,96 ha große Plangebiet liegt im Bezirk Altona im Stadtteil Altona-Nord (Ortsteil 209). Es weist innerhalb des Hamburger Stadtgebiets eine zentrale Lage auf. Der Hamburger Flughafen liegt 11 km und die Innenstadt 6,5 km entfernt. Der Standort befindet sich sowohl in der Nähe des Altonaer Zentrums, der Großen Bergstraße und der Ottenser Hauptstraße, die etwa 1,5 km südlich liegen, als auch in der Nähe der Osterstraße, dem Zentrum des Bezirks Eimsbüttel, das sich etwa 1,5 km nordöstlich befindet. Das Plangebiet wird zukünftig an Zentralität gewinnen, da es in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem geplanten Fern- und Regionalbahnhof Hamburg-Altona am Diebsteich liegt.

Das Plangebiet besteht aus zwei Teilbereichen. Die Flurstücke 5704, 5705, 5706 sowie 5707, welche das ehemalige Betriebsgrundstück der Firma ThyssenKrupp Schulte GmbH ausmachen, stellen den wesentlichen Teil des Geltungsbereichs dar. Hinzu kommen Teilflächen der Flurstücke 2321 sowie 5556 – Waidmannstraße. Den zweiten Teilbereich bildet eine Teilfläche an der Großen Bahnstraße, die zur Erweiterung der Straßenverkehrsfläche insbesondere für den Fuß- und Radverkehr benötigt wird. Dieser rund 7 m breite Streifen umfasst Teile der Flurstücke 5572 (Große Bahnstraße), 2452, 4268 und 3677.

Gebäude- und Nutzungsbestand

Das Plangebiet ist ein industriell-gewerblich geprägtes Areal und somit im Hinblick auf den Gebäudebestand durch die seit etwa 100 Jahren ununterbrochene Nutzung durch ThyssenKrupp Schulte geprägt, die im Jahr 2022 mit dem Auszug des Unternehmens endete. Die ältesten Gebäude und Hallen stammen aus dem Jahr 1923 (Halle mit Kranbahn, Pförtnerhäuser und Verwaltungsgebäude) und befinden sich größtenteils auf dem westlichen Grundstücksteil. Diese Bestandsbauten stehen nicht unter Denkmalschutz, sind jedoch als historische Zeugnisse und Identifikationspunkte wichtig. Räumlich bilden sie zusammen mit dem kopfsteingepflasterten Hof und dem markanten Baumbestand ein ablesbares Ensemble. Auf dem östlichen Grundstücksteil wurden nach 1949 bis zum Jahr 2000 weitere Gewerbebauten errichtet, die mit einer höheren baulichen Dichte eine rein funktionale, additive Raumfolge ergeben (siehe auch Kapitel 4.2.7.1).

Das Areal wurde 2017 von der FHH erworben und an die Firma ThyssenKrupp Schulte GmbH rückvermietet. In einigen der Gebäude finden Zwischennutzungen statt. So nutzt die Stadt ein Portalhäuschen und einen Teil des Verwaltungsgebäudes als städtisches Infozentrum für das Planungsgeschehen.

Landschaftsplanerischer Bestand

Die gewerblichen Bauten sind von überwiegend versiegelten Flächen umgeben. Es handelt sich um Stellplatz-, Verkehrs- und Lagerflächen. Im Süden und Westen liegen zudem die Straßenflächen der Waidmannstraße und der Großen Bahnstraße innerhalb des Geltungsbereichs. Der landschaftsplanerische Bestand beschränkt sich somit auf einzelne Baumstandorte im Bereich des ehemaligen Firmengeländes sowie die Straßenbäume. Es handelt sich dabei jedoch zum Teil um ortsbildprägende Großbäume (siehe auch Kapitel 4.2.6.1 und 4.2.7.1).

Verkehrliche Erschließung und Infrastruktur

Das Plangebiet wird von der Großen Bahnstraße und der Waidmannstraße erschlossen. Die Waidmannstraße mündet in Richtung Osten in die Kieler Straße (B 4) und die Große Bahnstraße bindet nach Norden in Richtung Holstenkamp an, sodass auch eine Anbindung an das übergeordnete Straßennetz und Richtung der A7 mit der Anschlussstelle Stellingen gegeben ist.

An den ÖPNV ist das Plangebiet neben der S-Bahnhaltestelle Diebsteich über die Bushaltestellen S Diebsteich (Ostseite) und S Diebsteich (Westseite) angeschlossen.

Das Plangebiet ist in das übergeordnete Radwegenetz eingebunden. Im Zielnetz des Radverkehrskonzepts Altona verläuft im Bereich der Waidmannstraße eine übergeordnete Radroute. Sie dient der hamburgweiten Verbindungen und ist Teil des bezirksübergreifenden Zielnetzes. Die Radroute verläuft in östlicher Richtung über die Langenfelder Straße und Lippmannstraße Richtung St. Pauli und weiter in die Hamburger Innenstadt. In westlicher Richtung bindet die Radroute das Plangebiet über die Schleswiger Straße sowie die Straßen Am Diebsteich und Holstenkamp in Richtung Volkspark und Bahrenfeld an. Am Alsenplatz östlich des Plangebiets und im Bereich Holstenkamp westlich des Plangebiets bestehen Verknüpfungspunkte zu weiteren übergeordneten Radrouten. Innerhalb des Plangebiets und in seinem Umfeld sind zudem Bezirksrouten vorhanden (insbesondere Große Bahnstraße, Kaltenkirchener Straße/Harkortstraße, Kieler Straße/Hostenstraße sowie Stresemannstraße), die innerbezirkliche Radverkehrsverbindungen als Verbindung von Stadtteilen und Quartieren herstellen und ein Netz der Feinerschließung zwischen den übergeordneten Radrouten bilden.

In allen Straßenverkehrsflächen befinden sich Anlagen des örtlichen Stromverteilers, der Stromnetz Hamburg GmbH, zur Versorgung der örtlichen Anschlussnehmer. Im Bereich der Waidmannstraße befindet sich ferner ein Hochspannungserdkabel. In einem der Portalhäuschen (MK 4) befindet sich eine Kundenstation. In den Straßenverkehrsflächen liegen ferner Rohrleitungen der Hamburger Wasserwerke GmbH zur Versorgung mit Trinkwasser sowie Versorgungsanlagen der Gasnetz Hamburg GmbH, die der öffentlichen Gasversorgung dienen. Das Plangebiet liegt innerhalb des Fernwärmenetzes der Wärme Hamburg GmbH.

In der Waidmannstraße befindet sich ein Mischwassersiel, das in Richtung Kieler Straße entwässert. Im Rahmen der Planung soll das Siel zukünftig entlastet werden und die Grundstücksentwässerung nur gedrosselt und verzögert aufnehmen. Es gilt eine Drosselabflussspende von 17 l/(s:ha).

Weitere Informationen zum Plangebiet sind dem Umweltbericht zu entnehmen (siehe Kapitel 4).

3.4.2. Umfeld

Das westliche Umfeld des Plangebiets wird durch die S-Bahn-Station Diebsteich und die auf einem Damm geführten Gleisanlagen der Deutschen Bahn geprägt. Diese wirken als deutliche räumliche Barriere. Seit dem Rückbau des Fußgängertunnels im Bereich der heutigen S-Bahn-Station Diebsteich, der im Zuge der Bautätigkeit der Deutschen Bahn AG für den Bahnhofsneubau erfolgt ist, können die Gleisanlagen nur südlich in einer Entfernung von etwa 250 m zum Plangebiet im Bereich der Plöner Straße/Leuna Straße unterquert werden. Der Bahnhofsneubau sieht eine Personenunterführung vor, die unmittelbar gegenüber des Eingangsbereichs zum ThyssenKrupp Schulte-Areal liegen und die Querung in Ost-West-Richtung für Fußgängerinnen und Fußgängern wieder ermöglichen wird.

Nördlich und östlich des Plangebiets liegen überwiegend industriell-gewerblich geprägte Bereiche, die überwiegend durch großvolumige Hallenstrukturen bestimmt sind.

Südlich des Plangebiets befinden sich zahlreiche Sportanlagen, insbesondere Fußball- und Tennisplätze, eine Tennishalle sowie kleinere Vereinsgebäude. Entlang der Isebekstraße, die in den Eckbereich Große Bahnstraße / Waidmannstraße mündet, ist eine in Teilen gründerzeitliche, eher kleinteilig strukturierte und durch Wohnnutzung geprägte Bebauung vorhanden. Es handelt sich um eine überwiegend vier- und fünfgeschossige Bebauung, die am nordwestlichen Ende der Straße durch einen siebengeschossigen Wohnungsneubau ergänzt wird. In der Isebekstraße überwiegt der Eindruck einer geschlossenen Bebauung. Östlich an die Wohngebäude angrenzend sind im rückwärtigen Bereich vorwiegend kleingewerbliche, niedriggeschossige Bebauungsstrukturen sowie weitere Wohnungsbauten vorhanden.

Im städtebaulichen Kontrast sowohl zu der feinkörnigen Bebauungs- und Nutzungsstruktur im Bereich der Isebekstraße als auch zu den Sportplatzflächen steht das ebenfalls südlich des Plangebiets befindliche Gelände des ehemaligen Postbahnhofs, das durch großformatige Logistikhallen- der Deutschen Post AG sowie einen Großhandel bebaut ist, die durch Stellplatz-, Verkehrs- und Lagerflächen sowie Verwaltungsgebäude ergänzt werden. Am südöstlichen Abschluss des ehemaligen Postbahnhofgeländes bildet das dreizehngeschossige Posthochhaus markant und weithin sichtbar einen räumlichen Abschluss.

Westlich der Bahntrasse schließen weitläufige Friedhofsflächen an. An der Schleswiger Straße befinden sich überwiegend Geschosswohnungsbauten. Ein Gewerbehof unterbricht die sonst geschlossene Blockrandbebauung. Westlich der weitgehend gründerzeitlich geprägten Schleswiger Straße liegen heterogen strukturierte Industrie- und Gewerbegebietsflächen. Dieses westlich der Bahntrasse gelegene Umfeld ist jedoch aufgrund auf der bestehenden Barrierewirkung der Bahnanlage nicht prägend für das Plangebiet.

Landschaftlich wird das Umfeld des Plangebiets durch die Lage an der Volksparklandschaftsachse geprägt (siehe Kapitel 3.3.9). Diese kommt von Westen über die Friedhöfe und „durchläuft“ das Bahnareal zukünftig durch die Personenunterführung und die Bahnhofshalle, um sich nach Osten über die südlich der Waidmannsstraße gelegenen Sportplätze und den Altonaer Grünzug via Wohlerspark nach Südwesten zur Elbufer-Achse fortzusetzen. Vor Ort ist diese Landschaftsachse, durch die weitläufigen Friedhofsanlagen sowie in eingeschränktem Maß östlich durch die vorhandenen Sportflächen, wahrnehmbar. Da die Achse durch den zukünftigen Fern- und Regionalbahnhof Hamburg-Altona am Diebsteich führt, ist hier ein v.a. für Fahrradfahrer wenig attraktiver Streckenabschnitt.

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