Planungsdokumente: Altona-Nord29
Bebauungsplan Begründung
4.1. Einleitung
Die Begründung zum Bebauungsplan Altona-Nord 29 legt die Ziele, Zwecke und wesentlichen Auswirkungen des Bebauungsplanes dar. Der Umweltbericht bildet einen gesonderten Teil der Begründung. Er legt die in der Umweltprüfung ermittelten und bewerteten Umweltbelange nach der Maßgabe der §§ 2 Abs. 4 und 2a Satz 2 Nr. 2 BauGB in Verbindung mit Anlage 1 zum BauGB dar. Das Ergebnis der Umweltprüfung ist in der Abwägung zu berücksichtigen. Der Umweltbericht soll sich demnach vorrangig auf die für den jeweiligen Bebauungsplan abwägungsrelevanten Inhalte konzentrieren, d. h. auf die voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen, die der Plan erwarten lässt.
4.1.1. Kurzdarstellung des Inhalts und der wichtigsten Ziele des Bebauungsplans
Die Planung dient der Schaffung planungsrechtlicher Grundlagen für die Neubebauung des ThyssenKrupp Schulte-Areals mit einem Regionalligastadion, einer Musikhalle und Baufeldern für Kerngebietsnutzungen ohne Wohnen, die besonders von der Lage an dem im Bereich der heutigen S-Bahnstation Diebsteich entstehenden Fern- und Regionalbahnhof profitieren und gut in die robuste, überwiegend gewerblich geprägte Umgebung passen. Ergänzend werden auch Angebote für die Menschen, die im Stadtteil leben und arbeiten – zum Beispiel gastronomische Angebote sowie neue Einkaufs- und Sportmöglichkeiten – in Aussicht genommen:
Im östlichen Grundstücksteil soll ein Regionalligastadion mit Platz für bis zu 5.000 Besucherinnen und Besuchern sowie einer bis zu achtgeschossigen Mantelbebauung entstehen, die gleichzeitig eine Lärmschutzfunktion für umgebende Wohnnutzungen übernimmt. Im durchgehenden Sockel- bzw. Erdgeschoss sind insbesondere entlang der Waidmannstraße belebende Einzelhandels-, Gastronomie- und Gewerbenutzungen (z.B. Nahversorger, Fahrradwerkstatt, Tonstudio mit Skateshop) sowie ein Vereinsheim geplant, während die Obergeschosse für Büros, Fitness- und Gesundeinheitseinrichtungen wie eine Boulderhalle geeignet sind. Großflächiger Einzelhandel wird ausgeschlossen. Der Verein Altonaer Fußball-Club von 1893 e. V (Altona 93) soll Hauptnutzer des Regionalligastadions werden.
Westlich anschließend ist eine Musikhalle für 5.000 Besucherinnen und Besucher vorgesehen. Damit der bisherige Charakter des Plangebiets erhalten bleibt, soll eine der Bestandshallen so weit wie möglich erhalten und um einen bis zu sechsgeschossigen Neubau ergänzt werden, der technische Funktionen, aber auch Gastronomie, Büronutzungen, musikaffine Dienstleistungen usw. aufnehmen wird.
Ein Baufeld im westlichen Grundstücksteil ist für eine bis zu siebengeschossige Bebauung mit Kerngebietsnutzungen vorgesehen. Im Erdgeschoss sind Nutzungen mit belebenden Wirkungen wie Gastronomie, kleinteiliger Einzelhandel usw. geplant, während die Obergeschosse für Büronutzungen geeignet sind.
Die beiden historischen Portalhäuschen wie auch das Verwaltungsgebäude an der Waidmannstraße sollen erhalten und umgenutzt werden. Im Verwaltungsgebäude sind u. a. Büros für Co-Working, Gastronomie und ein Quartiersraum vorstellbar. Zwischen dem Verwaltungsgebäude und der Musikhalle sollen zwei Großbäume bestehen bleiben.
Mit dem Zusammenspiel von historischem Bestand und neuer Bebauung soll eine Platzfläche als verbindender Freiraum eine besonders hohe funktionale und gestalterische Qualität erhalten, der die verschiedenen Nutzungen zu einem stimmigen Ensemble zusammenfasst.
Zudem wird die Erschließung neu geordnet. Entlang der nördlichen und östlichen Grundstücksgrenze ist eine neue Verbindungsstraße zwischen Großer Bahnstraße und Waidmannstraße geplant. Der Straßenabschnitt vor der Bahnhofshalle kann so von motorisiertem Individualverkehr freigehalten und als Kommunaltrasse geplant werden. So können sowohl der Bahnhofsvorplatz von störendem Durchgangsverkehr freigehalten als auch die Anwohnenden in der Isebekstraße vor zusätzlichem Verkehrsaufkommen weitestgehend geschützt werden.
Großes Augenmerk liegt außerdem auf der Schaffung komfortabler Fuß- und Radwege. Zudem sollen im Regionalligastadion wie auch im westlichen Baufeld großzügige ebenerdige Fahrradgaragen entstehen. Der ruhende PKW-Verkehr wird in einer eingeschossigen Tiefgarage unter dem Regionalligastadion sowie unter dem Baufeld West untergebracht, die jeweils von Norden von der neuen Straße aus angefahren werden.